Über das Projekt 2010

Klassik im Klassenzimmer vom 16.-27. August 2010
22 Künstler des Internationalen Musikfestes Goslar-Harz besuchten 23 Schulen der Region, gaben Konzerte und stellten ihre Instrumente vor. Fast 3000 Schülerinnen und Schüler nahmen an 52 Schulstunden „Klassik im Klassenzimmer“ teil. Es gab pädagogisch gut vorbereitete Künstlerbesuche in allen Schultypen:
Die Jugendlichen waren stolz darauf, von den Künstlern ernst genommen und als Publikum akzeptiert zu werden. Durch aufmerksame und lebhafte Beteiligung zeigten sie ihr Interesse, erklatschten sich Zugaben und standen nach dem Unterricht Schlange, um ein Autogramm der Künstler zu bekommen.
Unter den Schülerinnen und Schülern der Integrationsklassen waren Kinder mit Behinderungen, wie Down-Syndrom, Seh-Behinderung, und autistische Kinder. Ihnen war anzumerken und anzusehen, dass sie durch musikalische Klänge beeinflusst und angesprochen wurden und welche Glücksgefühle es in ihnen auslöste, wenn sie die Instrumente berühren und sogar Töne darauf erzeugen durften.
Einhelliges Lob für die Aktion gab es von Seiten der Lehrerschaft. Von allen Beteiligten wurde der Wunsch geäußert, dass dieses Projekt in den kommenden Jahren weitergeführt werden sollte.
Die Künstler hatten Freude daran, dass die Schülerinnen und Schüler großes Interesse zeigten und das Angebot mit Bewunderung und Staunen annahmen.
„Das waren viele schöne Momente für mich und ich durfte mit einem ungewöhnlichen Publikum kommunizieren. Besonders sind mir zwei Kinder in Erinnerung geblieben: ein (vermutlich) mongoloider Junge, der sehr gut tanzen konnte (zu "Probiers mal mit Gemütlichkeit") und ein autistisches Mädchen, das traurig wurde, weil sie auch eine Hexe spielen wollte (was sie dann auch durfte). Ich habe wirklich wertvolle Erfahrungen für mich gesammelt.“ (eine der Künstlerinnen)
„Die Kinder und Jugendlichen mitzunehmen ist uns ein ernsthaftes Anliegen, denn sie sind unser Publikum von morgen“.
Wir danken unseren Zuschussgebern und Sponsoren, ohne deren großzügige Zuwendungen  „Klassik im Klassenzimmer“ nicht zu realisieren wäre. (Link zur Sponsorenseite)
Auch die Kreismusikschule Goslar machte mit und unterstützte das Projekt mit 3000 „Gutscheinen für Schnupperstunden".
Ein großer Dank geht an die Schulreferentin unserer Gesellschaft Monika Wölfert, die professionell die Organisation übernahm und über ihre Erfahrungen berichtete – s.o.

Teilnehmende Schulen
Alle Schultypen waren an dem Projekt interessiert: Grundschulen, Förderschulen, Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien

Goslar: Gs Worthschule, Gs Unteroker, Gs Hahndorf, Gs Jürgenohlschule, Gs Sudmerberg, Gs Goetheschule, Gs Schillerschule, Pestalozzischule, Realschule Hoher Weg, Realschule Goldene Aue, Ratsymnasium, CvD-Gymnasium

Landkreis: Grundschulen: Clausthal, Liebenburg, Lutter, Othfresen, Schulzentrum Langelsheim – Grund- und Hauptschule, MJ-Schule Wolfshagen, Realschule Seesen, Gymnasium Seesen, Gymnasium Clausthal-Zellerfeld

Aus dem Unterricht: Kinder und Jugendliche fragen
Warum sind Sie Musiker geworden? // Wolltest Du immer Schon Berufsmusiker werden? // Kannst Du auch noch andere Instrumente spielen? // Mit welchem Instrument hast Du angefangen? // Wie lange muss man üben um so gut zu spielen wie Sie? // Wie oft übst Du so am Tag?// Jeden Tag? // Hast Du immer Lust zum Üben? //Wie lange muss man üben, um so ein langes Stück aus dem Kopf spielen zu können? // Haben Sie auch schon vor noch mehr Leuten gespielt als wir hier sind? // Warum spielst Du Geige? // Warum ist auf Deinem Cello ein Kopf? // Wie alt ist das Cello? // Wie viel Konzerte spielt Ihr im Jahr? // Ist es nicht langweilig immer nur solche Kammermusik zu machen? // Kann man mit solcher Musik genug Geld verdienen, um davon leben zu können? // Könnt ihr mit Euren Instrumenten auch rappen, oder Jazz und Rockmusik machen? // Wie teuer ist so eine Geige - ein Akkordeon? (Wie teuer ein Klavier ist fragte keiner) // Warum ist so ein Instrument so teuer?  (Ungläubiges Staunen: kostet manchmal mehr als ein großes Auto) // Warum spielt im Orchester keiner Akkordeon? // Wie kommt die Luft in das Akkordeon? // Wie lange gibt es schon Akkordeons? // Wie schwer ist so ein Akkordeon? //Seit wann gibt es Geigen? // Wieso weiß man wo die Töne sind, wenn da gar keine Tasten oder so was sind? //
Kommen Sie morgen wieder?

Statements teilnehmender Schulen

Jacobson-Gymnasium, Seesen
Von Stephan Bungert, Direktor
Im Rahmen des Projekts „Klassik im Klassenzimmer“ als Bestandteil des Internationalen Musikfestes Goslar war am vergangenen Freitag das renommierte, international besetzte  Streichquartett „Cuarteto Arriaga“ zu Gast im Schulzentrum am Sonnenberg. Nutznießer des Projekts waren die Musikkurse des Jacobson-Gymnasiums, die eine anregende Schulstunde voller Musik und Wissenswertem rund um die musikalische Gattung des Streichquartetts erlebten. Nun mag man sich fragen: klassisch-romantische Kammermusik  musikalische Feinkost also, die zum Diffizilsten und Elitärsten gehört, das die Kunstmusik zu bieten hat, und Schüler, die auch musikalisch eher der Fastfood-Generation angehören  wie geht das zusammen? Es ging gut  dank des sympathisch offenen, herrlich unkomplizierten Auftretens der vier Musiker und der amüsanten Art, mit der sie ihre Zuhörerschaft einbanden  sei es durch „Abfrage“ von Wissen über Kunstepochen, sei es im Dialog über ihre eigene Laufbahn als Berufsmusiker.
So konnten die Schüler am Beginn des ersten Streichquartetts von Luigi Boccherini zunächst die Klarheit der Strukturen und die objektiv-distanzierte Haltung der musikalischen Klassik erleben, bevor sie vom Moderator und Bratschisten des Quartetts, Miguel Ángel Lucas, anhand von Ausschnitten aus Kompositionen von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Robert Schumann in die musikalische Romantik eingeführt wurden.
Hier diente die berühmte Metapher Goethes vom Streichquartett als Gespräch zwischen vier (vernünftigen) Personen der Veranschaulichung der Unterschiede zwischen musikalischer Klassik und Romantik. Zugleich demonstrierten die vier Musiker im inszenierten Streitgespräch am Beispiel Schumanns als Komponist, Zeitungsgründer und Musikschriftsteller aber auch biographische und zeitgeschichtliche Einflüsse in der Musik. So wurde die „Per aspera ad astra  vom Dunkel zum Licht“-Entwicklung im extrem aufgeladenen vierten Satz aus Schumanns erstem Streichquartett für die Schüler hörenderweise nachvollziehbar, bevor die Veranstaltung nach einem weiteren Gesprächs-Intermezzo, nun zum Thema Zusammenspiel in der Ensembleform des Quartetts, mit einem Tango des argentinischen Komponisten Astor Piazzolla ausklang. Faszinierend, wie ein Streichquartett den Bandoneon-Klang nachahmen kann!  Kammermusik vom Feinsten, hochprofessionell dargeboten und gepaart mit einem Auftreten ohne jegliche Künstlerallüren, das die Anwesenden sofort erreichte, das ergab ein musikalisches Menü, das bei den Schülern sogar dort ankam, wo das eigene Hörverhalten kritisch hinterfragt wurde. So begeistert man Jugendliche für ihnen unbekannte Musik. Von daher ist es nicht überraschend, dass mittlerweile auch das Kultusministerium auf den Vorzeigecharakter des Projekts aufmerksam geworden ist. 

Marie-Juchacz-Schule, Förderschule, Wolfshagen
Von den Lehrerinnen Julia Hoyer und Heike Gerst
Die 4., 6. und 8. Klasse der Marie-Juchacz-Schule kamen durch das Projekt „Klassik im Klassenzimmer“ in den Genuss der künstlerischen Darbietung von Violine und Gitarre. Für die meisten unserer Schüler war es der erste bewusste Kontakt mit klassischer Musik. Ihre anfängliche Skepsis wich sehr schnell der Neugier und dem Interesse an den Instrumenten, den beiden Musikern und deren Biographien. Mit Erstaunen erfuhren die Schüler, dass klassische Musik die Grundlage für alle modernen Musikrichtungen bildet. Der musikalische Vortrag fesselte und begeisterte unsere Schüler. Ihre Gesichter und Körperhaltungen spiegelten die faszinierende Wirkung der Musik wieder.
Die Schüler erlebten durch die Musik unterschiedliche Emotionen und machten die Erfahrung, durch ein spontan gesungenes Geburtstagsständchen für eine Sozialpädagogin, durch eigene „Musikgestaltung“ bei anderen Menschen Gefühle auszulösen.
Dieser Besuch ermöglichte den Schülern einen Einblick in einen Bereich der Gesellschaft zu dem sie sonst keinen Zugang erhalten.

Grundschule „Worthschule am Georgenberg“, Goslar
Von Beate Meyer-Albrecht, Rektorin
„Klassik im Klassenzimmer“ war an unserer Schule eine sehr gelungene Aufführung. Die Akteure haben es verstanden, die Kinder in ihren Bann zu ziehen. Besonders die Sängerin hat es durch Kostümierung und Mimik verstanden, den für Schülerinnen und Schüler noch ungewohnten Gesang den Kindern näher zu bringen. Eine Stunde gebanntes Interesse spricht für sich selbst.
Herzlichen Dank noch einmal, dass wir an der Aktion teilnehmen durften.

Grundschule  Sudmerberg, Goslar
Von Sabine Bekurs, Rektorin
…Die Präsentation der Akteure war - speziell auch für Grundschulkinder - ansprechend und interessant gestaltet. Schülerbeiträge wurden von den Musikern zugelassen und aufgegriffen. Die Kinder haben viel über die Wirkung von Musik und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Instrumente gelernt.

Grundschule Unteroker, Goslar
Von Hans-Jürgen Rappmann, Rektor
… Die Schule nahm bereits zum zweiten Mal an der Veranstaltung des Musikfestivals teil. Es ist immer wieder erstaunlich festzustellen, wie interessiert die Schülerinnen und Schüler die für sie nicht übliche Musik aufnehmen. Die Nähe der Künstler und deren Instrumente ist stark motivierend.
Es hat sich auch gezeigt, dass die kleinen Zuhörer Gelerntes aus dem Musikunterricht mit den Darbietungen in Verbindung bringen konnten….

Grundschule Berliner Straße  -  Clausthal
Von Rosita Busch, Musiklehrerin
… auf diesem Wege noch einmal ein herzliches Dankeschön für die von Ihnen ermöglichte Teilnahme unserer Schule am Musikprojekt "Klassik im Klassenzimmer". Am 18.08.2010 kamen 160 Schüler unserer neu gegründeten Grundschule Clausthal in den Genuss einer hochkarätigen Musikdarbietung durch das Pianistenduo Tsusa/ Hell sowie den Sänger Thies in den Räumen der Firma Sympatec /Röthele.
Die methodische Aufbereitung im Papageno-Projekt war sehr ansprechend für alle. Dem "Papageno" gelang es sofort, alle Schüler mit seinen lustigen Späßen in die Musikwelt zu führen und zu intensivem Hören und gemeinsamem Musizieren mit hörbarem Erfolg zu motivieren. Diese musikalische Vorführstunde verging für alle wie im Flug, Schüler und Lehrer waren gleichermaßen begeistert.
Für den Musikunterricht bieten sich zahlreiche Anknüpfungspunkte zur Weiterführung (Mozart, Zauberflöte, Karneval der Tiere, Klavier und Flügel etc.). Wertvolle Impulse zum Erlernen eines Instrumentes wurden ebenfalls gegeben.
Sollte im kommenden Jahr trotz der großen Entfernung wieder die Möglichkeit der Teilnahme an einer Musikeinheit für unsere Schule bestehen, würden wir uns sehr darüber freuen. 170 kleine und große Musikfreunde danken es Ihnen und erwarten Sie.

Grundschule Goetheschule, Goslar
Von Christine Hassler, Musiklehrerin
…. alle Lehrkräfte und vor allem die Kinder der Grundschule Goetheschule möchten sich ganz herzlich bei dir bedanken.
Die Konzerte, die uns dein Projekt "Klassik im Klassenzimmer" beschert hat, haben unsere ganze Schule tief beeindruckt. Unsere "Großen", die Viertklässler (57 Kinder) waren fasziniert von dem Konzert zum Anfassen (die Pantomime war einfach genial!) im Ratsgymnasium. Gern wären sie noch länger mit den Künstlern zusammen geblieben. Die waren aber auch total begabt - auch pädagogisch sehr einfallsreich und geschickt!!!
Das Kissenkonzert in der Musikschule (wir waren mit über 90 Kindern vertreten) war ein schöner musikalischer Ausflug aus dem Klassenzimmer. Schade, dass ihr nicht kleinere Konzerte anbieten könnt. Vielleicht spendiert ja jemand nächstes Mal noch mehr Geld???
Begeistert waren Schüler/innen und Lehrkräfte von den 4 Unterrichtsstunden (eine pro Jahrgang in unserer Aula ), die eure Künstler unseren über 200 Kindern geschenkt haben.
Erstklässler, die erst mucksmäuschenstill um den Flügel herum stehen und später begeistert mitklatschen, Zweitklässler, die gar nicht mehr aufhören wollen, Fragen zu stellen und Dritt- und Viertklässler, die das Klingeln zur Pause völlig fasziniert einfach überhören - das muss man erst einmal schaffen! Die Wellen sind im Musikunterricht noch jetzt zu spüren. Kleine Künstler aus allen Klassen bringen Noten und Instrumente mit und spielen vor und in den 3. Klassen haben wir den Flügel untersucht, um hinter das Geheimnis der Töne zu kommen. Die Gutscheine für den Unterricht in der Musikschule hatten reißenden Absatz und die ersten Termine wurden schon vergeben.
Viele liebe Grüße an die netten Stars und unseren heißen Dank! Für uns ist klar: Wir möchten bitte nächstes Jahr unbedingt wieder dabei sein!...

Presseberichte

Goslarsche Zeitung vom 18.08.2010 

Goslarsche Zeitung vom 21.08.2010

Goslarsche Zeitung vom 26.08.2010

Seesener Beobachter – Seesener Anzeiger 02.09.2010

 

 

Fotos 2010

Die Künstler auf der Bühne
Monika Hager mit Kindern
Pawel Zalejski erklärt sein Instrument

Nächste Veranstaltung

Music Meets Art

16.06.2012,

Goslar – Mönchehaus – Museum für moderne Kunst - Rosentorstraße 27

MERYEM NATALIE AKDENIZLI; Klavier

Gesprächskonzert

Beginn: 17:00 Uhr
Eintritt: 15,-€ / 10,-€

Weitere Infos

Internationales Musikfest Goslar - Harz

Termine und Programme
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